ich erwarte
Ich würde so gerne wenig erwarten, doch erwarte häufig zu viel.
Ich erwarte so gerne, nicht all das zu fühlen, was ich lieber nicht fühlen will.
Ich erwarte zu wissen, warum Dinge geschehen und Menschen sich verhalten,
warum Systeme bestehen und sich wie ich nur langsam neu entfalten.
Ich würde so gerne wenig erwarten, um mich selbst nicht mehr zu enttäuschen,
mit dunklen Gedanken, offensichtlichen Enden, mit unheilvollen Leuten.
Ich würde so gerne unverwüstbar sein, unerschrocken und sicher im Leben,
mit richtigen Worten, feinen Gedanken, im Einklang mit allem und jedem.
Ich würde so gerne wenig erwarten, doch erwarte so gerne zu viel.
Ich erwarte so gerne, nicht genug zu bekommen, von dem was ich haben will.
Ich erwarte zu haben, was es einfacher macht und mich nicht immer lernen lässt,
dass Erwartungen haben bedeutet, dass man das Hier und Jetzt nicht schätzt.
Ich würde so gerne wenig erwarten, um endlich frei zu sein,
frei von Wollen und Haben, Begehren und Neiden, frei von der Angst vor dem Nein.
Ich würde so gerne beständiger sein, verankert im Wandel des Lebens,
gefestigt durch Liebe, gefestigt durch Ruhe, gefestigt durch Freuden des Gebens.
Wenn ich wollte bekäme ich niemals genug
doch ich will nicht und würde so gern.